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	<title>The Mockingbird Tribune</title>
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	<description>Der Sonntagsblog</description>
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		<title>The Mockingbird Tribune</title>
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		<title>Gedanken eines Mörders</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 01:36:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saphyrus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literarisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Für heute von meiner Seite aus eine kleine Kurzgeschichte, die Idee zu dieser bekam ich bei der Berichterstattung zu einem ungeklärten Todesfall, in dessen Rahmen ein Suizid als wahrscheinliche Möglichkeit vertreten wird, lediglich der Grund weshalb besagte Person einen Freitod gewählt haben soll, ist nicht bekannt und der wohl wesentlichste Angriffspunkt in Bezug auf die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=448&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Für heute von meiner Seite aus eine kleine Kurzgeschichte, die Idee zu dieser bekam ich bei der Berichterstattung zu einem ungeklärten Todesfall, in dessen Rahmen ein Suizid als wahrscheinliche Möglichkeit vertreten wird, lediglich der Grund weshalb besagte Person einen Freitod gewählt haben soll, ist nicht bekannt und der wohl wesentlichste Angriffspunkt in Bezug auf die Suizid-Theorie. Ich wollte zunächst eine längere Geschichte daraus machen, habe mich dann aber doch für vorliegendes Konzept entschieden um die Geschichte nicht zu überladen. Ich hoffe es gefällt.</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;"> </span></strong></p>
<p>Ein Bett, ein Zimmer, spartanisch eingerichtet. Auf dem Bett liegend ein Mann. Er starrte an die weiße Decke. „Wer bin ich?“, fragte er schwermütig in den Raum. Eine Frage, die ihn beschäftigte. Natürlich wusste er wie er heißt, wo er lebt, was er macht und was er erlebt hat, aber wer er war, dass wusste er nicht. Er glaubte zumindest es nicht zu wissen. Wer kann schon von sich behaupten zu wissen, wer er ist.<span id="more-448"></span></p>
<p>Auf dem Schreibtisch, gegenüber vom Bett, lag eine Waffe &#8211; eine P8-Handfeuerwaffe. Sie war geladen. Dem Mann war klar, er würde noch heute jemanden  aus dem Leben reißen.</p>
<p>Er hatte lange darüber nachgedacht und sich die Schuld, die er sich auflädt, bewusst gemacht. Doch er war sich sicher diese Tat begehen zu müssen, um etwas zu bewirken. Ihm war klar, dass ein Leben ein unheimlich wertvolles Gut ist, ein jedes ist einzigartig, wie jede Verästelung eines Baumes einzigartig ist. Im Grundsatz glaubte der Mann daran, dass es keine Konstellation geben konnte, in der man sein Recht auf Leben verlieren würde. In Bezug auf sein Opfer fühlte er anders. Dieser Baum musste gefällt werden.</p>
<p>Sein Ziel war Leiter einer ziemlich großen Firma und sehr wohlhabend. Er konnte sich sämtlichen materiellen Genüssen hingeben, wenn er es wollte. In der Öffentlichkeit erfreute er sich großer Beliebtheit, eine Frucht seiner herausragenden PR. Eine inszenierte Wohltätigkeitsveranstaltung hier, eine Spende da und andere kleine Gesten. Diese halfen den Menschen für die sie gedacht waren, aber darum ging es ihm nicht, es ging darum zu vertuschen. Nicht ans Licht kommen zu lassen, dass in Fabriken rund um den Globus für ihn und seinen Wohlstand Menschen schufteten, während sie einen Hungerlohn erhielten und einige von ihnen sogar dem Hunger zu Opfer fielen. Dafür war die PR gedacht und sie war gut – sie diente dem Profit. Für Profit tat dieser Mann alles, er strebte stets nach dem eigenen Vorteil und beging für diesen Intrige und Verrat, er demütigte Untergebene und entließ sie aus seinen Diensten, wie es ihm passte. Eine alleinerziehende Mutter, die auf das Geld angewiesen war, feuerte er aufgrund von einer falsch kopierten Akte, sie hatte 10 Jahre für ihn gearbeitet. Seiner Sekretärin sagte er, er war in Stimmung für eine Kündigung. Er kannte bei allem was er tat weder Moral noch Mitgefühl. Habgier, Neid und Macht waren wichtiger &#8211; er war schlichtweg böse.</p>
<p>Der Mann auf dem Bett setzte sich auf. Er erkannte, dass seine geplante Tat seine eigene Schuld mehren würde, aber er konnte keinen anderen Weg erkennen, er würde seine Schuld und die damit einhergehenden Seelenqualen erdulden.</p>
<p>Sein Opfer war ein Biest, dessen Beseitigung seiner Meinung nach einfach geschehen musste. Vielleicht wusste er doch wer er war.</p>
<p>Der Mann stand auf, ging hinüber zum Tisch und ergriff die Waffe. Er richtete sie auf seinen Kopf und drückte ab.</p>
<p>Die weiße Decke war rot.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mocktribune.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mocktribune.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mocktribune.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mocktribune.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mocktribune.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mocktribune.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mocktribune.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mocktribune.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mocktribune.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mocktribune.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mocktribune.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mocktribune.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mocktribune.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mocktribune.wordpress.com/448/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=448&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tod eines Elfchens</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 14:56:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kruemel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschunterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Elfchen]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Schulpraktikum in einem Gymnasium südlich von Mannheim. Die Deutschlehrerin nimmt in einer achten Klasse den Tod eines Vaters zum Anlass, um die Schüler kurze Gedichte über das Thema schreiben zu lassen, sogenannte Elfchen (ein Wort, zwei Wörter, drei Wörter, vier Wörter, ein Wort). Einzige Vorgabe: Das erste Wort muss eine Farbe sein. Sofort schießen auch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=437&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schulpraktikum in einem Gymnasium südlich von Mannheim. Die Deutschlehrerin nimmt in einer achten Klasse den Tod eines Vaters zum Anlass, um die Schüler kurze Gedichte über das Thema schreiben zu lassen, sogenannte Elfchen (ein Wort, zwei Wörter, drei Wörter, vier Wörter, ein Wort). Einzige Vorgabe: Das erste Wort muss eine Farbe sein. Sofort schießen auch mir Gedanken durch den Kopf; wobei ich es vermeiden will, wie die meisten Schüler mit &#8220;schwarz&#8221; anzufangen. Das Ergebnis:</p>
<p>Himmelblau<br />
gehen dort<span id="more-437"></span><br />
die Menschen hin<br />
oder in die braune<br />
Erde</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mocktribune.wordpress.com/437/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mocktribune.wordpress.com/437/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mocktribune.wordpress.com/437/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mocktribune.wordpress.com/437/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mocktribune.wordpress.com/437/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mocktribune.wordpress.com/437/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mocktribune.wordpress.com/437/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mocktribune.wordpress.com/437/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mocktribune.wordpress.com/437/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mocktribune.wordpress.com/437/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mocktribune.wordpress.com/437/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mocktribune.wordpress.com/437/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mocktribune.wordpress.com/437/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mocktribune.wordpress.com/437/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=437&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Anspruch und Realität eines Erstis</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 12:31:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kruemel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Erstsemester]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>

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		<description><![CDATA[An Hochschulen und Universitäten auf der ganzen Welt gibt es eine besondere Spezies: Die Erstsemester, auch Erstis genannt. Als jemand, der diesen Titel erst vor kurzem erfolgreich abgelegt hat, möchte ich hier einige Eindrücke eine Greenhorns vom Dienst festhalten. 1) Die Einführungswoche verpassen, ist so ziemlich das Dümmste, was einem passieren kann. Denn: In den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=440&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An Hochschulen und Universitäten auf der ganzen Welt gibt es eine besondere Spezies: Die Erstsemester, auch Erstis genannt. Als jemand, der diesen Titel erst vor kurzem erfolgreich abgelegt hat, möchte ich hier einige Eindrücke eine Greenhorns vom Dienst festhalten.</p>
<p><strong>1) Die Einführungswoche verpassen, ist so ziemlich das Dümmste, was einem passieren kann.</strong><br />
Denn: In den ersten fünf Tagen wird nicht nur der organisatorische Rahmen erarbeitet &#8211; sondern es werden auch zahlreiche Freundschaften und Bündnisse geschlossen, die meist das ganze Semester, oft aber auch wesentlich darüber hinaus halten. Auch wenn die Campusschnitzeljagden noch so redundant sind, lernt man dabei<span id="more-440"></span> Leute kennen, da ja schließlich alle neu sind und Anschluss suchen.<br />
Ich durfte die Gegenerfahrung machen: Wer erst in der zweiten Woche dazustößt, trifft auf Cliquen, die sich schon gefunden haben, was dazu führt, dass man sich oft wie das dritte Rad am Wagen fühlt oder sogar akuter Einsamkeit ausgesetzt ist.</p>
<p><strong>2) Die meisten Studenten sind auch nicht weniger verklemmt als ihre Eltern.</strong><br />
Also gut, dachte ich mir. Wenn ich keine Leute kenne, muss ich eben welche kennenlernen. Und da ich gerade aus Afrika kam, wo ich das so gelernt hatte, quatschte ich einfach relativ wahllos Leute an, setzte mich neben sie und hielt mich dabei intuitiv an den inoffiziellen Studi-Smalltalk-Knigge, wie ich inzwischen herausgefunden habe: Was studierst Du, wo kommst Du her, wo wohnst Du jetzt, blablabla.<br />
Das klappte auch erstaunlich gut; ich bekam alle Fragen beantwortet, bekam die obligatorischen Gegenfragen gestellt; das war doch schon mal was. Ernüchternd nur: Nach der Vorlesung verabschiedete man sich &#8211; und wenn man eine zweite Begegnung nicht erzwingt, dann kommt es dazu nicht so schnell. Die Vorlesungen sind groß, die Uni noch größer. Nach zwei Wochen hatte ich vielleicht zwanzig Leute kennengelernt &#8211; und keinen davon wiedergesehen. Mir wurde klar: Für eine Bekanntschaft braucht es mehr als Smalltalk. Und da die Leute alle schon ihren Kommilitonenkreis hatten, mit dem sie rumhingen, waren neue flüchtige Bekanntschaften ohne Relevanz.</p>
<p><strong>3) Man befasst sich selten mit dem, was einen interessiert.</strong><br />
Vor dem Studium denkt man sich: Jetzt suche ich mir was raus, was ich schon immer machen wollte. Keiner zwingt mich &#8211; in meinem Fall &#8211; zu Chemie und Physik. Ich werde intellektuell aufblühen und von einer eins zur nächsten eilen. Dann die Ernüchterung mit dem Namen Prüfungsordnung. Bis wann muss man was belegt und dabei was geleistet haben. Von wegen Selbstverwirklichung und uneingeschränkte Freiheit&#8230; Die Germanisten müssen indogermanische Lautverschiebungen machen, die Soziologen Statistik. Vor allem für uns Lehramtsstudenten, die wir ja sehr genau wissen, was wir für unseren Beruf können müssen, macht es den Eindruck, als wollte man nur unsere fünf Jahre Studium irgendwie ausfüllen &#8211; egal, ob das Wissen für uns relevant ist oder nicht. Bestes Beispiel: Selbst als angehender Grundschullehrer muss man mittelhochdeutsche Verben konjugieren können.</p>
<p><strong>4) Alleine wohnen ist: Selbstbestimmt und &#8211; teuer, teuer, teuer.</strong><br />
Vor allem wenn man gerade aus Malawi kommt, wo man von zweihundert Euro monatlich fürstlich leben konnte, muss man finanziell ganz neu denken lernen. Das Bafög oder eben der Unterhalt von den Eltern erscheint am Anfang so viel, dass man einen entspannten, leicht hedonistischen Lebensstil pflegt. Bis man dann nach zwei, drei Monaten merkt: Abzüglich Miete, Handyrechnung und den Grundnahrungsmittel bleiben einem gerade mal ein paar Euro für alles nicht Alltägliche. Und wenn dann mal eine neue Hose fällig ist, oder man mal zu oft oder zu exzessiv feiern geht, ist schnell am Ende des Geldes noch einiges an Monat übrig. Die Konsequenz: Entweder muss ein (meist nervtötender) Job her; oder man muss eisern sparen. In der Kneipe vier Stunden lang an einem Bier nippen, in der Mensa keinen Nachtisch nehmen, geplante Besuche bei entfernten Freunden auf unabsehbare Zeit verschieben.<br />
Übrigens ist auch Mensaessen auf Dauer teurer und noch weniger lecker, als man denkt. Deshalb ist sie vor allem ein Ort der Erstsemester: Zu Beginn jedes Semesters ist sie rappelvoll und wird dann immer leerer, weil das Essen bei jedem Mal fader oder versalzener schmeckt &#8211; bis man schließlich doch lieber zuhause Butterbrote schmiert.</p>
<p><strong>5) Das Gute ist: Man gewöhnt sich an alles.</strong><br />
Das klingt bis jetzt alles so, als wäre ich kurz davor, das Studium gleich wieder hinzuschmeißen. Tatsächlich war das nach ein oder zwei Monaten kein abwegiger Gedanke. Vielleicht doch lieber was Praktisches, eine Fachhochschule oder sogar eine Ausbildung? So oder so ringt man sich meistens dazu durch, zumindest das Semester zu einem halbwegs würdigen Ende zu bringen. Und spätestens wenn man dann die Prüfungen zurückbekommt und sieht, dass man passable Noten bekommt, auch wenn man lang nicht so viel gemacht hat, wie die Dozenten fordern, lässt die Panik nach, und man findet Gefallen am Studentenleben.<br />
Inzwischen bin ich ins zweite Semester gestartet, habe es geschafft, mir fast ohne Schwierigkeiten einen Stundenplan zu basteln und keine Anmeldefrist zu verpassen. Ich habe doch noch Freunde gefunden, mit denen man auch die langweiligsten Vorlesungen einigermaßen gutgelaunt übersteht. Und ich finde mich damit ab, auf kleinem Fuß zu leben und trotzdem die vielen Freiheiten zu genießen, die das Studium ungeachtet der aufgeführten Einschränkungen noch zu einem besonderen und spannenden Lebensabschnitt machen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mocktribune.wordpress.com/440/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mocktribune.wordpress.com/440/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mocktribune.wordpress.com/440/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mocktribune.wordpress.com/440/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mocktribune.wordpress.com/440/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mocktribune.wordpress.com/440/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mocktribune.wordpress.com/440/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mocktribune.wordpress.com/440/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mocktribune.wordpress.com/440/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mocktribune.wordpress.com/440/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mocktribune.wordpress.com/440/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mocktribune.wordpress.com/440/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mocktribune.wordpress.com/440/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mocktribune.wordpress.com/440/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=440&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Geschwister Tanner &#8211; eine Adaption</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 21:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M.M.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Geschwister Tanner]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Walser]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Neigung, sich allein kraft des eigenen Geistes der Realität zu entziehen, bringen wir gerade in deutlich ausgeprägter Form in erster Linie mit Kindern in Verbindung. Dies auch nicht ganz zu Unrecht, denn wer erinnert sich nicht zuerst an die eigene Vergangenheit, wenn er einen kleinen Jungen vollkommen in der selbst geschaffenen Gedankenwelt versunken im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=393&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Neigung, sich allein kraft des eigenen Geistes der Realität zu entziehen, bringen wir gerade in deutlich ausgeprägter Form in erster Linie mit Kindern in Verbindung. Dies auch nicht ganz zu Unrecht, denn wer erinnert sich nicht zuerst an die eigene Vergangenheit, wenn er einen kleinen Jungen vollkommen in der selbst geschaffenen Gedankenwelt versunken im Park mit einem Ast spielen sieht. Im jungen Alter wird die Abschottung der Wahrnehmung gegen die tatsächliche Umgebung noch als Fähigkeit wahrgenommen, doch schnell werden aus Eltern, welche die Fantasie des eigenen Nachwuchses loben, solche, die gegen Realitätsferne mahnend den Zeigefinger erheben. Nun ist es so, dass den Jugendlichen dieser Bruch in der Bewertung gar nicht auffällt, da er allgegenwärtig vorgenommen wird. Fantasie, so die Devise, wird ähnlich der Sorglosigkeit im ersten Jahrzehnt des Lebens verortet. Danach wird es ernst, und das nicht erst in der modernen Zeit.</p>
<p>Bereits zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war es Usus, sogenannte Träumereien ab einem gewissen Alter als Charakterlosigkeit zu brandmarken. Dennoch gab es, ebenso genau wie heute, zu damaligen Zeiten Menschen, die diese strikte Trennung nicht zu akzeptieren oder zumindest nicht zu leben vermochten. Allein unter jenem Aspekt ist es Robert Walser bereits der erste Schritt zur Zeitlosigkeit gelungen, indem er mit seinem Roman „Geschwister Tanner“ ein Thema aufgegriffen hat, das so schnell nicht seine Berechtigung verliert.</p>
<p><span id="more-393"></span></p>
<p>Die Hauptfigur des Werkes, Simon Tanner, ist so ein Mann, der nicht bereit scheint, sich von seinen Vorstellungen eines erfüllten Lebens zu trennen. Dabei wird er von zwei widerstreitenden Idealen angetrieben, nämlich der Freiheit als auch der Produktivität. Zwischen diesen hin und her geworfen, irrt er durch den Alltag von einer Tätigkeit zur nächsten, stets voller Sehnsucht, nach jenem, dem er gerade ferner ist. In jeden seiner Pläne, dieser Zerrissenheit zu entgehen, stürzt er sich mit neuem kindlichen Elan. Dabei verkennt er nur zu gerne, die negativen Seiten der gewählten Möglichkeiten. Die bedeutungslos erscheinende Monotonie als Preis einer geregelten Tätigkeit. Die zu jener Zeit noch zwingend bis an physische Existenzangst reichende Ungewissheit als Kehrseite einer vollkommen freien Lebensweise. Doch ungeachtet der Tendenz Tanners, Hals über Kopf in den Tag zu leben, die ihn mitunter frappierend jung wirken lässt, handelt der Roman nur vordergründig vom Erwachsenwerden.</p>
<p>Vielmehr liegt ein anderer, ebenso zeitloser, Konflikt im Mittelpunkt. Simon Tanner scheitert am Wunsch nach sicherer Entfaltung. Ein Lebenswandel, der seinen Ambitionen entspricht, wird ihm zu keinem Zeitpunkt die Sicherheit bringen, die ihm eine Lebensgrundlage garantiert. Seine Unentschlossenheit wird dabei vor allem durch die eigene Familie genährt. Bruder Klaus, der auf der einen Seite als gewissenhafter Gelehrter seine Sorglosigkeit kritisiert, jedoch ebenso der andere Bruder Kaspar, dem es gelingt sich als Maler zu verdingen. Beide nimmt Tanner als Vorbilder wahr, wobei er sich durch den Versuch, diesen widersprüchlichen Idolen gerecht zu werden nur immer mehr von beiden entfernt. Auch hier übersieht er wieder die Schattenseiten. Klaus wird vor lauter Verantwortungsbewusstsein für die gesamte Familie regelrecht von seinen Sorgen verzehrt. Kaspars Freiheitsdrang hat sich in allen Lebensbereichen bis hin zu einer panischen Bindungsangst ausgeprägt.</p>
<p>Von allen auftretenden Familienmitgliedern ist es am ehesten Tanners Schwester Hedwig gelungen, eine Existenz im Einklang mit der eigenen Person zu führen. Sie ist auf dem Dorf als Lehrerin tätig. Doch auch auf ihre Zufriedenheit überträgt sich leicht die innere Unruhe, die Simon unablässig ausstrahlt. Zunächst genießt sie, dass ihr Bruder, der für längere Zeit bei ihr lebt, wieder Muße in ihrer ansonsten geregelten Alltag bringt. Auch diese Tendenzen scheint sie mit ihren Pflichten vereinen zu können. Auf lange Sicht wird ihr jedoch klar, dass Tanners Ansichten dazu neigen, ihre bisherige Lebensleistung zu entwerten. Da sie den in den inneren Konflikt ihres Bruders nicht eintreten möchte, entschließt sie sich zuletzt, ihn wehmütig ihres Haushaltes zu verweisen.</p>
<p>Es sind also in erster Linie familiäre Einflüsse, die Tanners Zerrissenheit konservieren. Sie alle wollen das beste für ihren Bruder, wobei sie doch vergessen, dessen Person in den Mittelpunkt ihrer Pläne zu rücken. Seine kindliche Naivität ist nicht zuletzt eine Folge dessen, dass ihm zu keinen Zeitpunkt ein eigenes Lebenskonzept zugestanden wird. Dabei hat er seinen Beratern eine Erkenntnis voraus, denn es ist ihm als einzigem gelungen, sein Leben in ein Verhältnis zu seinen Wünschen zu stellen. Was die anderen nicht bemerken, ist, dass er sich der Realität keinesfalls verschließt. Ganz im Gegenteil nimmt er sie bei jeder Gelegenheit möglichst intensiv in sich auf – vom sonntäglichen Spaziergang bis zu Arbeit im Büro. Nur gleicht er sie in direkter Folge mit dem Bild ab, was er sich von einem erfüllten Leben gemacht hat, und zwar nicht nur in Bezug auf sich selbst, sondern auf den Menschen im Allgemeinen. Tanners Träume sind in Wahrheit Ideale, die von allen, einschließlich ihm selbst, jedoch verkannt werden.</p>
<p>Auch heute gleitet die Anerkennung bestimmter Sachzwänge schnell in eine mechanische Mentalität ab, nach deren Maximen der Mensch in erster Linie Zahnrad in der Mechanik der Produktivität ist. Ideale oder kritischer Geist sind schnell als Spinnerei abgetan, insbesondere wenn sie einen Kern unangenehmer Wahrheit transportieren. Die Idee einer Veränderung wird als Anmaßung abgetan, die Gefahr des Irrtums überwiegt im Gemeinverständnis vollkommen die Progressivität des Versuchs. Das Zauberwort, das alle Idealisten vom Schlage Tanners zu Spinnern deklassiert ist der Eskapismus. Er wird verstanden als heillose Flucht in eine Scheinwelt, absolute Komprimierung der Außenwahrnehmung, existenzielle Betriebsblindheit. Dies sind sicherlich Gefahren eines Dranges zur Realitätsflucht, doch aus einer solchen Mentalität kann ebensogut der Wunsch erwachsen, etwas zu verändern. Letztlich ist die Sehnsucht nach gesellschaftlicher Entgrenzung sogar in den meisten Fällen zwingender erster Schritt zu einem derartigen progressiven Konzept. Nicht jede Distanzierung vom ideellen Durchschnitt stellt eine innere Emigration dar, jedoch kann diese schnell erzwungen werden, wenn eine Gesellschaft sich gegen solche Innovatoren verschließt. Genau das passiert mit dem Protagonisten der „Geschwister Tanner“ im Jahre 1907, genau das passiert noch immer, nur dass die hohe Geschwindigkeit des frühen zwanzigsten Jahrhunderts die psychische Wucht der allgemeinen Meinung massiv verstärkt hat.</p>
<p>Tanner hat noch einen weiteren Bruder. Der Leser lernt ihn sehr spät kennen, da alle auftretenden Figuren ihn vollkommen verdrängt haben. Dieser Bruder ist geistig gebrochen, wobei es nicht schwer fällt den Grund zu erahnen. Er lebt als Insasse in einer Nervenheilanstalt &#8211; in den Augen der Familie letztlich eine Schande. Erst als Unbekannte in einer Wirtschaft in Tanners Gegenwart zufällig das Schicksal eben jenes Bruders diskutieren, wird der Hauptfigur die tragische Gemeinsamkeit bewusst die drohend auch über seiner Zukunft schwebt. Dieser Schock scheint ihn endlich aus seiner Gedankenwelt zu lösen, wobei ihn dieses neue Bewusstsein endgültig in seine Sinnkrise stürzt.</p>
<p>Geschwister Tanner bleibt letztlich allerdings ein der Spätromantik geistig noch verfangenes Märchen aus der Feder Walsers. Nicht zuletzt findet Tanner deshalb auf der letzten Seite das lang ersehnte geistige Pendant, in der Vorsteherin eines Kurhauses, in das er sich vor dem Winter flüchtet. Im Gegensatz zu ihm, der zwar auf erstaunliche, dem Leser zumeist verschwiegene, Art und Weise temporär sein Leben bewältigen konnte, hat diese einen festen Platz in der Gesellschaft gefunden. So wird aus ihrem Mitleid für Tanner in Anerkenntnis seines Potenzials schnell Bewunderung. Am Ende verlassen beide das Kurhaus auf dem Weg in eine ungewisse,aber in jedem Falle gemeinsame Zukunft.</p>
<p>Walser will den Leser versöhnen, mit den Umständen, aber auch mit seinem Werk. Es gibt nämlich bekanntermaßen zweierlei Arten schriftstellerische Verzweiflung. Da wäre zum einen der Autor, an dem die Gesellschaft verzweifelt. Walser gehört jedoch der gerade umgekehrten Kategorie an und endet letztlich selbst in psychiatrischer Behandlung. Dies entspricht schon deutlich eher der Realität, um deren Anerkennung sich sein Erstlingswerk dreht. Dennoch handelt es sich um ein wichtiges Buch, da es etwas zeigt, was gar nicht oft genug betont werden kann: In einer Gesellschaft, die Ideale nur noch den Kindern zugesteht, kann man keine größere Schande auf sich ziehen, als endgültig erwachsen zu werden.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mocktribune.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mocktribune.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mocktribune.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mocktribune.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mocktribune.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mocktribune.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mocktribune.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mocktribune.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mocktribune.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mocktribune.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mocktribune.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mocktribune.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mocktribune.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mocktribune.wordpress.com/393/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=393&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Menschenwürde bleibt &#8211; immer !</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 22:05:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saphyrus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Strafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Titel des Artikels könnte darauf hindeuten, es würde nun Kritik an einem der existierenden Unrechtsstaaten folgen, wo ein herzloser Diktator mal wieder versucht seine Macht mit Folter oder Verfolgung politischer Opposition zu sichern und es als angemessene Vorgehensweise darstellt. Eben so was, wo man denkt: „Ein Glück leben wir die westlichen Werte und haben [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=369&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel des Artikels könnte darauf hindeuten, es würde nun Kritik an einem der existierenden Unrechtsstaaten folgen, wo ein herzloser Diktator mal wieder versucht seine Macht mit Folter oder Verfolgung politischer Opposition zu sichern und es als angemessene Vorgehensweise darstellt. Eben so was, wo man denkt: „Ein Glück leben wir die westlichen Werte und haben die Unrechtsregime schon überwunden.“</p>
<p>Aber das beabsichtigt dieser Artikel nicht. Um es vorweg zu nehmen, es handelt sich auch nicht um ein moralisierendes Fingerheben, ich bin kein Moralapostel. Es ist vielmehr die Beschreibung von etwas in unserer Gesellschaft, dass mir insbesondere seit Beginn meines Jurastudiums aufgefallen ist und das mich erschaudern lässt.<span id="more-369"></span></p>
<p>Es geht um das allgemeine Verständnis des durchschnittlichen Normalbürgers hinsichtlich des Themas Menschen- und Grundrechte. Zwar ist er sich wohl bewusst, dass diese Institute enorme Bedeutung besitzen, aber diese Bedeutung wird eher abstrakt wahrgenommen und in konkreten Situationen oft unberücksichtigt gelassen.</p>
<p>Machen wir hierzu ein Beispiel, die meisten Bürger wissen um den Grundsatz der Unschuldsvermutung ,der von Art. 6 der europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und in Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nation statuiert wird. Dieser Grundsatz besagt sinngemäß, dass jeder solange als unschuldig zu behandeln ist, bis seine Schuld, im dafür vorgesehenen Verfahren, bewiesen wird.</p>
<p>Wenn sie jemanden diesen Grundsatz abstrakt erklären wird er ihn als Errungenschaft des Rechtsstaates, als Beweis für die Vorbildlichkeit unserer Gerichtsbarkeit preisen und er wird selbst nach diesem Maßstab beurteilt werden wollen. Nun schauen wir aber mal, was passiert, wenn andere sich einem Gerichtsverfahren ausgeliefert sehen, ich denke z.B. an einen bekannten Wettermoderator oder allgemein an eine fiktive Person, die eines grausamen Verbrechens angeklagt wird. Es werden Indizien gefunden, die vielleicht einen Verdacht begründen oder aber man wird von anderer  Seite angeklagt und nun beginnt etwas, was nicht die Aufgabe des  durchschnittlichen Bürgers sondern der Gerichte ist: Beweise werden gesammelt, Verteidigungen vorgebracht etc.. Am Ende von diesem Prozess muss es gelungen sein den Täter mit rechtsstaatlichen Mitteln zu überführen oder eben nicht und ein Urteil wird verkündet. Bis dahin ist der vermeintliche Täter als unschuldig nach der Unschuldsvermutung zu behandeln. Aber begeben wir uns in die Wirklichkeit, so müssen wir feststellen, dass dieses Prinzip, so hoch es vom Durchschnittsbürger in seiner abstrakten Form gehalten wird, in der konkreten Wirklichkeit eher selten Beachtung findet. Wer verurteilte den angesprochenen „Wetterfrosch“ nicht schon vor Ende seines Verfahrens, in dem seine Schuld bewiesen werden sollte, anhand „bunter“ Informationen und wer würde im fiktiven Fall nicht am liebsten schon vor Ende des Verfahrens den als Schuldigen ausmachen und verurteilen dem „Monster“ auf der Stirn geschrieben steht?</p>
<p>Es gibt sicherlich Menschen, die den Grundsatz auch tatsächlich anwenden und sich ihr eigenes Urteil erst zu dem Zeitpunkt bilden, zu dem sie es sich bilden sollten, aber wie oben angedeutet handelt es sich um Erfahrungen meinerseits und ich muss gestehen, innerhalb dieser Erfahrungen, sind viele zu schnell mit dem Stempel „schuldig“ bei der Hand.</p>
<p>Aber bewegen wir uns an dieser Stelle einmal weg von der Unschuldsvermutung und gehen auf das ein, was passiert wenn jemand einer Straftat überführt wurde.</p>
<p>Auch an dieser Stelle divergieren abstraktes Anerkenntnis der Grundrechte und ihre konkrete Applikation im Verständnis des Normalbürgers häufig. Insbesondere was schwere Straftaten angeht wird oft ein Schrei nach härteren Strafen laut. Zumeist von denen, die sich nicht sehr intensiv mit dem bestehenden Strafrecht auseinandergesetzt haben. Im Namen der Abschreckung und zum Wohle der Allgemeinheit müsse für ein zuverlässiges und kompromissloses Abstrafen gesorgt werden. Einige gehen, unterstützt von bekannten Persönlichkeiten, sogar so weit zu behaupten einmal straffällig geworden sei ein Recht auf ein gesellschaftlich normales Leben verwirkt. An dieser Stelle verkennen die Menschen, dass Strafe zwar auch Abschreckungs- und Schutzzwecke verfolgt, aber gleichberechtigt daneben auch ein Rehabilitationsgedanke steht. Ich möchte an dieser Stelle Missverständnissen vorbeugen, hierbei handelt es sich nicht um eine Solidarisierung mit den Tätern, aber wenn der Durchschnittsbürger überspitzt meint, ein Straftäter ist kein gesellschaftsfähiger Mensch mehr und muss lebenslang weggesperrt werden bzw. gebrandmarkt sein, damit man ihm entsprechend begegnen kann, dann hat besagter Durchschnittsbürger nicht verstanden was das Anerkenntnis von Menschenrechten ,insbesondere der Menschenwürde, bedeutet. Auch ein Straftäter besitzt diese Würde und muss eine ihr entsprechende Behandlung erfahren.</p>
<p>An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es sich insbesondere  bei der Menschenwürde nicht um Gutmenschentum handelt, wie manch einer zu glauben scheint. Sie ist das höchste Gut einer der modernsten Verfassungen der bekannten Welt – der deutschen. Ein Wert, der in Art. 1 dieser Verfassung als unantastbar erklärt und in Art. 73 derselben auf ewig garantiert wird. Sie gilt unabhängig von Nationalität, Herkunft, Geschlecht oder anderen Kriterien auch für den Straftäter.</p>
<p>Dies sollte auch dem Normalbürger klar sein und in diesem Blickwinkel sollte er dem Ruf nach härterem, schnellerem und kompromissloserem Abstrafen überdenken und sich fragen zu was es führt, wenn diesem Wunsch jedesmal bei seiner Äußerung uneingeschränkt nachgekommen werden würde.</p>
<p>Die Vorstellung wirkt bei ehrlicher Betrachtung eher erschreckend , als wirklich wünschenswert.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mocktribune.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mocktribune.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mocktribune.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mocktribune.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mocktribune.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mocktribune.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mocktribune.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mocktribune.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mocktribune.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mocktribune.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mocktribune.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mocktribune.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mocktribune.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mocktribune.wordpress.com/369/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=369&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Plädoyer fürs Lehramt</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 10:05:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kruemel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Lehramt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich studiere Lehramt. Und das ist auch gut so. Ich weiß gar nicht, wem ich das öfter versichern muss: Mir selbst oder denen, die so skeptisch gucken, wenn ich mich oute. Als Lehramtsstudent hat man einen schweren Stand. Alle denken: Das macht der doch nur, weil ihm nichts Besseres eingefallen ist. Oder weil er im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=360&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich studiere Lehramt. Und das ist auch gut so. Ich weiß gar nicht, wem ich das öfter versichern muss: Mir selbst oder denen, die so skeptisch gucken, wenn ich mich oute. Als Lehramtsstudent hat man einen schweren Stand. Alle denken: Das macht der doch nur, weil ihm nichts Besseres eingefallen ist. Oder weil er im Beruf chillen will. Oder weil aus seinem Traumjob nichts geworden ist. Zumindest der letzte Punkt trifft zugegebenermaßen auch<span id="more-360"></span> auf mich zu. Eigentlich stand über Jahre fest, dass ich Journalist werden wollte. Ich hatte auch schon ganz gut in die Richtung gearbeitet, als Freier Mitarbeiter, Blogger, für die Schulzeitung. Allerdings erschien mir der Beruf immer weniger reizvoll, je mehr ich mich damit beschäftigte: Zeitdruck, arrogante Kollegen, unautorisierte Kürzungen, nervtötende Themen, mangelnde Anerkennung, schlecht bezahlte und unsichere Jobs. Spätestens als mir klar wurde, dass bei einer journalistischen Laufbahn fast nichts um jahrelangen Lokaljournalismus herumführt, suchte ich nach Alternativen.<br />
Lehramt war für mich eigentlich ausgeschlossen. Noch vor zwei Jahren war das für mich so undenkbar, wie es für die meisten Schüler ist. Lehrer: Das sind doch diese gescheiterten Existenzen, die zu schlecht für eine „richtige“ Laufbahn sind und jetzt ihr ganzes Leben in der Schule verbringen, ohne je die (Arbeits-)Welt kennengelernt zu haben. Die Leute, die dreißig Jahre lang jeden Tag das gleiche erzählen ohne dass es jemanden wirklich interessiert. Beruflicher Stillstand ab dreißig.<br />
Dann ging ich von der Schule und hatte ein halbes Jahr Zeit bis zu meinem Auslandsjahr. Da ich nichts Spezifisches geplant hatte, machte ich dies und jenes, schrieb eben unter anderem auch viel für die Lokalredaktion und fing gegen Ende der Zeit sogar ein Vollzeitpraktikum bei eben jener Redaktion an. Spätestens danach war mir klar, dass ich das nicht machen wollte. Ich möchte jetzt keine Interna verbreiten; aber dass ich nach einer von vier Wochen abgebrochen habe, sagt, denke ich, viel.<br />
Mein Fixstern Journalismus war also untergegangen. Aber da war keine Leere, sondern vielmehr eine Sehnsucht nach etwas anderem. Nach Schule. Mit der Schulzeit ist es so wie mit den meisten Dingen: Man merkt erst, was man daran hatte, wenn man es nicht mehr hat. Ich war nie überragend in der Schule und konnte gar nicht abwarten, dass es vorbei sein würde. Aber dann blickt man zurück und denkt sich: War das eine geile Zeit. Klar ist da auch ein gutes Stück Verklärung und Früherwarallesbesser dabei. Trotzdem war speziell die Oberstufe ein Lebensabschnitt, der mich begeistert und geprägt hat. Weniger fachlich als viel mehr sozial. Kursgemeinschaften, in denen man sich pudelwohl gefühlt hat. Nachmittagsaktivitäten, die einem ganz neue Welten eröffnet haben. Freundschaften, bei denen man das Gefühl hat, sie könnten ein Leben lang halten.<br />
Und schließlich Lehrer. Lehrer, die Begeisterung für ihr Fach und für den Unterricht ausgestrahlt haben. Lehrer, die nicht nur Reproduktion von wissenschaftlichen Theorien sondern auch kritisches Denken gelehrt haben. Lehrer, die sich nicht zu schade waren, auch nachmittags oder abends für die Schüler da zu sein. Lehrer bei denen Schule nicht bei der Pausenklingel aufhörte. Ganzheitliche Bildung! Fächerübergreifendes Lernen! Humanistische Ideale!<br />
Ich hatte sehr viel Glück mit meinen Lehrern, von denen fast keiner wirklich schlimm war, die meisten ziemlich gut &#8211; und manche überragend. Letztgenannte sind Vorbilder für mich. Das ist mir erst aufgefallen, als ich schließlich aus dem Schulbetrieb draußen war und gemerkt habe, wie ich mich entwickelt habe. Ich maße mich nicht an zu sagen, dass ich ein besserer Mensch geworden bin. Aber ich wurde für mein Leben geprägt, sehe das selbst sehr positiv und bin denen dankbar, die das möglich gemacht haben.<br />
Vielleicht eines Tages einigen meiner Schülern etwas ähnliches mitgeben zu können, das ist meine Hoffnung. Ich kann nicht beurteilen, wie geeignet ich dafür bin; aber ich glaube, zumindest grundsätzlich die Veranlagung zu haben, meine Sache nicht ganz so schlecht zu machen. Bildung ist meiner Ansicht nach eins der höchsten Güter unserer Gesellschaft und die Jugend von heute unser aller Zukunft von morgen. Wie schade wäre es da, wenn nur noch diejenigen Lehrer würden, denen eben nichts Besseres eingefallen ist! Ich habe nicht das Gefühl, dass ich durch meine Entscheidung resigniere und mein Leben hiermit beschlossen ist. Ich habe, ganz im Gegenteil, große Hoffnungen, Träume und Ziele. Da können die Leute skeptisch gucken, wie sie wollen: Ich bin stolz, Lehramt zu studieren!<br />
Und mal abgesehen von der gesellschaftlichen Verantwortung: Es ist auch einfach ein Berufsbild, das mich sehr anspricht. Ich bin ein Mensch, dem Hobbys und Freunde sehr wichtig sind. Ich könnte keinen Beruf ausüben, der mich vollkommen vereinnahmt, für den allein ich lebe, wie das bei vielen Journalisten der Fall ist. Stattdessen möchte ich planbare Freizeit haben. Nicht dass ich glaube, der Beruf des Lehrers wäre nicht zeitaufwendig &#8211; dann macht man etwas falsch. Aber ich hoffe, dass die Freizeit, die ich habe, strukturierbar ist und ich den Beruf doch noch mit meinen anderen Interessen unter einen Hut bringen kann.<br />
Außerdem musste ich, zu meinem eigenen Entsetzen, feststellen, dass ich ein relativ verwurzelter Mensch bin. Ich habe gerne ein festes Zuhause und ein gewisses Maß an Alltag. Das soll aber nicht heißen, dass jeder Tag gleich aussehen soll oder mein Leben schon in trockenen Tüchern ist. Menschen, die Lehramt studiert haben, sind zum Teil in den exotischsten Berufen tätig. In Malawi habe ich eine Gymnasiallehrerin getroffen, die jetzt für den Deutschen Entwicklungsdienst in Süd-Ost-Afrika arbeitet. Die Frage ist immer, was man aus den gegebenen Voraussetzungen macht.<br />
Erneut stelle ich fest: Ein Beruf, den ich nicht nur für gesellschaftlich wichtig halte, sondern der obendrein auch noch viele Kriterien erfüllt, die ich mir von einem Beruf wünsche &#8211; was will ich mehr! Der neue Traumjob ist gefunden. Es sei denn, ich bin nach wenigen Semestern erneut völlig desillusioniert. Und werde dann aus Frust doch Journalist.</p>
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		<title>Unparteiisch, nicht unpolitisch!</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 16:47:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M.M.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[öffentliche Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>

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		<description><![CDATA[Zunächst war die Empörung wenigstens gelinde, doch dann kam die Maschinerie in Gang und das zum deutlich schlechteren. Ein ernüchterndes Fazit fürwahr, doch redlich ist kaum noch an dieser Erkenntnis vorbeizudenken. Dabei schien die Causa Wulff im von medial zelebrierten Krisen wechselnder Couleur geschüttelten Deutschland bei nicht einmal unmäßiger Prognose doch einen exzellenten Nährboden vorzufinden. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=356&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst war die Empörung wenigstens gelinde, doch dann kam die Maschinerie in Gang und das zum deutlich schlechteren. Ein ernüchterndes Fazit fürwahr, doch redlich ist kaum noch an dieser Erkenntnis vorbeizudenken. Dabei schien die Causa Wulff im von medial zelebrierten Krisen wechselnder Couleur geschüttelten Deutschland bei nicht einmal unmäßiger Prognose doch einen exzellenten Nährboden vorzufinden. Wie eingangs erwähnt blieb das prompte Fremdeln des Souveräns mit seinem Repräsentanten auch nicht aus, doch im Rahmen unzähliger Talkshows und höchstens nach eigenem Bekunden erschreckenden Enthüllungen musste ein Fehler geschehen sein. Am Ende waren die Medien bei der Frage angekommen, wer der Präsidentengattin eventuell welche Kleider leiht, doch den Bürger hatten sie dabei längst zurückgelassen.</p>
<p><span id="more-356"></span></p>
<p>In so einem Moment hilft es auch wenig, die eigene Fahne als Überbringer schlechter Nachrichten im altgriechischen Stile hochzuhalten. Vielmehr muss und wird sich in Kürze wohl die Erkenntnis seitens der Presse einstellen, ein Problem zwar in seiner Existenz erkannt, jedoch an seiner Quintessenz vorbei verfolgt zu haben. Die Brisanz der Falles Christian Wulff erwuchs eben nicht aus seiner, juristisch vollkommen legitimen, Aufnahme eines Privatkredits unter Nutzung alter Kontakte, sondern aus der geistigen Verknüpfung dieser Handlung mit seinem Amt. Es steht auch im Moment nicht der Politiker Wulff in der Kritik sondern nach Volksverständnis der Bundespräsident.</p>
<p>Hinter allem Empörungspotenzial steht folglich etwas genuin anderes als ein klassischer Politskandal. Um diese im ersten Moment paradox anmutende Feststellung nachzuvollziehen, ist ein Blick auf die Wahrnehmung des höchstbesoldeten Bundesbeamten seitens der Bürgerschaft notwendig.</p>
<p>Gerne wird über die geringen politischen Befugnisse des Staatsoberhauptes gewitzelt, manch einer degradiert ihn sogar schonungslos bis zum &#8220;Grußaugust&#8221;. Doch so augenfällig die &#8211; von der Verfassung bewusst gesetzten &#8211; Schwächen des Amtes sein mögen, wohnt ihnen auf &#8211; voraussichtlich unerwartete &#8211; Art und Weise eine stärkende Wechselwirkung inne. Diese resultiert aus der starken Sehnsucht nach repräsentativen und integrativen Elementen im Staatswesen. Aus dem Bestreben, sich mit der eigenen Nation zu identifizieren, erwächst nahezu automatisch auch das Bedürfnis nach einem offiziellen Vertreter dieser Nation, mit dem der gedankliche Schulterschluss gelingt. Den Regierenden fällt dieser Schulterschluss naturgemäß nicht immer leicht, was erklärt, warum Monarchen in Europa umso beliebter sind, je weniger Einfluss sie besitzen.</p>
<p>In Zeiten wachsender Politverdrossenheit wächst sich dieser Drang eben nicht auf staatsleitender sondern auf moralischer Ebene aus. Die Deutschen haben glücklicherweise aus ihrer Vergangenheit gelernt, dass der Ruf nach einem &#8220;starken Mann&#8221; keinen Weg aus politischer Stagnation eröffnen kann. Er sucht keinen Politiker, der hergebrachte Mechanismen der Macht usurpiert, er verlangt nach einem möglichst kontrastierenden Gegenmodell. Der Bundespräsident schien dieses zu bieten. Gerade Amtsverständnis und -Ausübung Horst Köhlers haben den entsprechenden Eindruck noch verstärkt. Dieser fertigte zwei Gesetze nicht aus und nutzte die Öffentlichkeit seines Amtes effektiv, um die Regierungsmehrheit mittels seines Einflusses unter Druck zu setzen. Beim Volk blieb der Eindruck, es &#8220;denen da oben einmal tüchtig gezeigt&#8221; zu haben.</p>
<p>Die Tendenz geht in der Volkswahrnehmung dahin, die Parteienpolitik als Habitat einer separaten Kaste anzusehen. Ihre Angehörigen verbandelten sich mit der Wirtschaft, stritten untereinander heillos und der Antrieb dabei sei einzig und allein die Gier &#8211; nach Macht, nach Geld, nach Ansehen. Die Parteien bekommen diese Einstellung mehr als deutlich zu spüren. Die von Flügelkämpfen geplagte SPD erholt sich noch immer nur mühsam von ihrem Einbruch bei der letzten Bundestagswahl. Eine in Personaldebatten verstrickte FDP rutscht weit unter die parlamentarische Demarkationslinie. Im fliegenden Wechsel durch das ganze Spektrum politischer Richtungen rauschende CSU-Politiker werden republikweit als Provinzpopulisten belächelt. Der Bundespräsident wird so sehr schnell als Gegengewicht zu einem korrumpierten Tagesgeschäft wahrgenommen, als Korrektiv zur Politik und in keiner Weise als deren Teil.</p>
<p>Ein Politiker muss sich inzwischen schon sehr bemühen, um als Mensch wahrgenommen zu werden, bei einem Bundespräsidenten geschieht das automatisch. Herr Wulff stolpert nun also darüber, zu politisch für sein Amt zu erscheinen. Christian Wulff hat diesen Eindruck auch dadurch verstärkt, seine Privatheit in wohl dosierten Teilen an die Öffentlichkeit zu kehren. Die Bürger können ihm nun, da sie über den ihnen zugedachten Anteil informiert sind, nicht verzeihen, dass der Mensch Wulff sich als Politiker entpuppt, zwar nicht schlimmer, aber auch nicht besser als die anderen.</p>
<p>An diesem Punkt angelangt enthüllt sich auch die eigentliche Brisanz der Causa Wulff. Die Götzenbildung eines moralisch vollkommen integren Bundespräsidentenamtes, dass seinem Amtsinhaber jedes politische Element abspricht, verkennt das Wesen des Amtes selbst. Sicherlich soll das Staatsoberhaupt von Grundgesetzes wegen nicht politisch staatsleitend wirken und sich die absolute Überparteilichkeit erhalten, doch dabei ist er alles andere als apolitisch. Seine Aufgabe ist es, alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland gleichermaßen zu repräsentieren und dabei den nationalen Zusammenhalt zu stärken. Dies tut er nicht zuletzt, indem er die Politik dahingehend beeinflusst, den gesellschaftlichen Konsens zu berücksichtigen. In der Praxis geschieht das natürlich mit politischen Mitteln, gebunden selbstverständlich an Verfassung und Gesetz.</p>
<p>Diese Maximen galten für Horst Köhler, sie gelten auch für Christian Wulff. Moralische Ressentiments gegenüber einem Kredit müssen in diesem Lichte unbeachtlich erscheinen, Druck auf die Presse auszuüben, wirkt ungleich bedenklicher. Selbstverständlich ist im Verdachtsfall Investigation nötig, doch im wahrsten demokratischen Sinne gefährlich wird dabei vor allem eine Bevölkerung, welche die letzten beiden Punkte aus Polit- und Parteienfeindlichkeit gar nicht mehr interessiert &#8211; auf lange Sicht wird sie ein Souverän, der Hand an den eigenen Thron legt.</p>
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		<title>Krise als Erziehungsmittel</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 22:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saphyrus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wirtschaftsliberal geprägte Politik ist momentan nicht sehr beliebt. Aus guten Gründen: Bankenkrise, Wirtschaftskrise, Griechenlandkrise, Italienkrise und Eurokrise — irgendeine Krise fehlt wahrscheinlich immer. Den Überblick zu behalten ist manchmal aber auch schwer. Man stolpert von einer Bredouille in die nächste, und wirkliches Vertrauen in die Politik besitzt ein Großteil der Bevölkerung gar nicht mehr, dabei ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mocktribune.wordpress.com&amp;blog=16076027&amp;post=331&amp;subd=mocktribune&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wirtschaftsliberal geprägte Politik ist momentan nicht sehr beliebt. Aus guten Gründen: Bankenkrise, Wirtschaftskrise, Griechenlandkrise, Italienkrise und Eurokrise — irgendeine Krise fehlt wahrscheinlich immer. Den Überblick zu behalten ist manchmal aber auch schwer.</p>
<p>Man stolpert von einer Bredouille in die nächste, und wirkliches Vertrauen in die Politik besitzt ein Großteil der Bevölkerung gar nicht mehr, dabei ist es egal ob Sozialdemokraten, Konservative, Liberale, Grüne oder Linke das Ruder in die Hand nehmen.</p>
<p>Im Angesicht von mächtigen Banken und Wirtschaftszweigen sind sie oft zu Zugeständnissen gezwungen. Man hört immer wieder von Lobbyismus, oder einige sind sogar noch polemischer und benennen es „schamlose Klientelpolitik“. Die Frage, die sich aufdrängt: Wieso diese Entrüstung?</p>
<p>Folgende Prämisse ist nachfolgenden Überlegungen voranzustellen: Geld ist Macht. Wirtschaftsunternehmen streben nach Gewinnen, nach der Mehrung ihres Vermögens, ihrer Macht.</p>
<p><span id="more-331"></span></p>
<p>Wie man Macht erhält und vermehrt, dass wusste schon Nicolo Machiavelli &#8211; nämlich in dem man sie benutzt. Wirtschaftsunternehmen orientieren sich an seinen Theorien, und nicht nur sein Werk („Der Fürst“) gehört zu Standardwerken, die von Managern zur „Verbesserung“ ihrer Fähigkeiten genutzt werden. Daneben stehen „Vom Kriege“ von Clausewitz oder noch älter „Die Kunst des Krieges“ aus dem 4 Jh. vor Christus.</p>
<p>All diese Werke sind auf territorialen Gewinn ausgelegt, ebenfalls eine Form der Macht. Sie zeichnen sich alle durch taktische Überlegungen und der Laie würde es vermutlich „Gnadenlosigkeit“ nennen, ich wähle hier Kompromisslosigkeit aus.</p>
<p>Dass so jemand Einfluss auf Politik nimmt, ist doch nun wirklich keine Überraschung, er muss es tun um im „Wettbewerb“ mit anderen Unternehmen zu bestehen oder sich strategisch günstige Positionen zu sichern. Der Wettbewerb mit anderen Unternehmen ist, um ein anderes Wort zu wählen, Konflikt mit diesen.</p>
<p>Aber zurück zu den Krisen. Vielleicht erst mal historisch gedacht, der Laisez-faire- Kapitalismus zur Zeit der Industriellen Revolution ist aus heutiger Sicht sicherlich abzulehnen. Der Staat muss im ordoliberalen Sinne dafür sorgen, dass die Marktmechanismen nicht versagen. Aus dem zuvor aufgezeigten „Krieg der Wirtschaft“ darf beispielsweise niemals ein Sieger hervorgehen. Dieser hätte eine Monopolstellung und müsste keine strategischen Erwägungen mehr anstellen. Einfach gesprochen: Preise wären seine Sache, keine von Angebot und Nachfrage. Undenkbar.</p>
<p>Dieser Laisez-faire Kapitalismus in der Realwirtschaft hatte auf der einen Seite zwar ständige Innovation zu Folge. Demgegenüber standen aber eine soziale Schere, Missstände und insgesamt untragbare Zustände — ebenfalls Krisen. Die ordoliberalen Erwägungen und später die Grundsätze der sozialen Marktwirtschaft sorgten hier für Ausgleich und Besserung.</p>
<p>Die Finanzwirtschaft findet sich als vergleichsweise neuer und insbesondere sehr international geprägter Wirtschaftszweig, wohl in einer präordoliberalen Entwicklungsstufe. Hier herrschen im großen Maße noch Laisez-faire-Verhältnisse, frei nach „alles ist erlaubt solange es Gewinn bringt“.</p>
<p>Um vom Laisez-faire Kapitalismus in der Real-Wirtschaft abzurücken, bedurfte es schwerer Krisen. Solche Krisen, die vom Markt selbst verursacht wurden und damit vorhersehbar waren, aber danach erkannten auch die, die sie verursacht hatten, dass es so nicht funktioniert insbesondere, weil sie selbst im Dreck gesessen haben.</p>
<p>Den letzten Absatz abstrakt formuliert: Die Krise ist kein Versagen des Marktes, sie ist pädagogisches Mittel desselben, um die übermäßige Gier derer zu strafen, die sie verursacht haben. Eine rettende Maßnahme der Staaten lässt dieses Mittel in die Leere laufen</p>
<p>Das Problem, dass sich hierbei natürlich für die heutigen Verhältnisse stellt ist, dass ein Ausbleiben der Rettung einen Kollaps der Realwirtschaft zur Folge hätte,  sogar den ganzer Staaten. Denn diese sind von der Finanzwirtschaft abhängig.</p>
<p>Hierbei gebe ich doch noch einmal die Ausbildungsliteratur der Verantwortlichen zu bedenken.</p>
<p>Was meinen Sie? Nehmen diese Menschen auf Kollateralschäden Rücksicht? Wohl kaum. Gegenfrage: Warum dann wir? Weil wir so nobel sind, weil die Krise einen Verlust von Arbeitsplätzen bedeutet? Oder aus ähnlichen Erwägungen? Vielleicht ist dem so.</p>
<p>Doch wenn dem so ist werden wir ewig in der jetzigen Art und Weise von den Banken abhängig sein, ein durch Werte und Moral beschränkter Gegner ist dem skrupellosen vielleicht nicht ethisch aber doch immer tatsächlich unterlegen. Der Wertekatlog der Staaten, den sie um jeden Preis erhalten wollen, sorgt dafür, dass die Banken durch ihre maßlose Gier eben jene Staaten in den Ruin treiben, hier sind seitens der Staaten keine Werte gefragt sondern Machtpolitik &#8211; wenn nötig mit Kollateralschäden.</p>
<p>Einfach ausgedrückt, der Finanzmarkt bedarf noch keiner Regulierung, er bedarf eines richtigen Kollapses. Erst danach kann man einen grundsätzlichen ordoliberalen Marktmechanismus auch für diesen Wirtschaftszweig errichten, denn dann wird er von allen als notwendig anerkannt.</p>
<p>Dem folgend muss man wirtschaftsliberale Politik, die mehr Freiheit für den Markt will, gut heißen. Sie führt letztendlich zu einem gemäßigten, vernünftigen Maße der Regulierung und einem optimierten Marktmechanismus.</p>
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