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Gedanken eines Mörders

Für heute von meiner Seite aus eine kleine Kurzgeschichte, die Idee zu dieser bekam ich bei der Berichterstattung zu einem ungeklärten Todesfall, in dessen Rahmen ein Suizid als wahrscheinliche Möglichkeit vertreten wird, lediglich der Grund weshalb besagte Person einen Freitod gewählt haben soll, ist nicht bekannt und der wohl wesentlichste Angriffspunkt in Bezug auf die Suizid-Theorie. Ich wollte zunächst eine längere Geschichte daraus machen, habe mich dann aber doch für vorliegendes Konzept entschieden um die Geschichte nicht zu überladen. Ich hoffe es gefällt.

 

Ein Bett, ein Zimmer, spartanisch eingerichtet. Auf dem Bett liegend ein Mann. Er starrte an die weiße Decke. „Wer bin ich?“, fragte er schwermütig in den Raum. Eine Frage, die ihn beschäftigte. Natürlich wusste er wie er heißt, wo er lebt, was er macht und was er erlebt hat, aber wer er war, dass wusste er nicht. Er glaubte zumindest es nicht zu wissen. Wer kann schon von sich behaupten zu wissen, wer er ist. Weiterlesen »

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Tod eines Elfchens

Schulpraktikum in einem Gymnasium südlich von Mannheim. Die Deutschlehrerin nimmt in einer achten Klasse den Tod eines Vaters zum Anlass, um die Schüler kurze Gedichte über das Thema schreiben zu lassen, sogenannte Elfchen (ein Wort, zwei Wörter, drei Wörter, vier Wörter, ein Wort). Einzige Vorgabe: Das erste Wort muss eine Farbe sein. Sofort schießen auch mir Gedanken durch den Kopf; wobei ich es vermeiden will, wie die meisten Schüler mit “schwarz” anzufangen. Das Ergebnis:

Himmelblau
gehen dort Weiterlesen »

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Anspruch und Realität eines Erstis

An Hochschulen und Universitäten auf der ganzen Welt gibt es eine besondere Spezies: Die Erstsemester, auch Erstis genannt. Als jemand, der diesen Titel erst vor kurzem erfolgreich abgelegt hat, möchte ich hier einige Eindrücke eine Greenhorns vom Dienst festhalten.

1) Die Einführungswoche verpassen, ist so ziemlich das Dümmste, was einem passieren kann.
Denn: In den ersten fünf Tagen wird nicht nur der organisatorische Rahmen erarbeitet – sondern es werden auch zahlreiche Freundschaften und Bündnisse geschlossen, die meist das ganze Semester, oft aber auch wesentlich darüber hinaus halten. Auch wenn die Campusschnitzeljagden noch so redundant sind, lernt man dabei Weiterlesen »

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Geschwister Tanner – eine Adaption

Die Neigung, sich allein kraft des eigenen Geistes der Realität zu entziehen, bringen wir gerade in deutlich ausgeprägter Form in erster Linie mit Kindern in Verbindung. Dies auch nicht ganz zu Unrecht, denn wer erinnert sich nicht zuerst an die eigene Vergangenheit, wenn er einen kleinen Jungen vollkommen in der selbst geschaffenen Gedankenwelt versunken im Park mit einem Ast spielen sieht. Im jungen Alter wird die Abschottung der Wahrnehmung gegen die tatsächliche Umgebung noch als Fähigkeit wahrgenommen, doch schnell werden aus Eltern, welche die Fantasie des eigenen Nachwuchses loben, solche, die gegen Realitätsferne mahnend den Zeigefinger erheben. Nun ist es so, dass den Jugendlichen dieser Bruch in der Bewertung gar nicht auffällt, da er allgegenwärtig vorgenommen wird. Fantasie, so die Devise, wird ähnlich der Sorglosigkeit im ersten Jahrzehnt des Lebens verortet. Danach wird es ernst, und das nicht erst in der modernen Zeit.

Bereits zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war es Usus, sogenannte Träumereien ab einem gewissen Alter als Charakterlosigkeit zu brandmarken. Dennoch gab es, ebenso genau wie heute, zu damaligen Zeiten Menschen, die diese strikte Trennung nicht zu akzeptieren oder zumindest nicht zu leben vermochten. Allein unter jenem Aspekt ist es Robert Walser bereits der erste Schritt zur Zeitlosigkeit gelungen, indem er mit seinem Roman „Geschwister Tanner“ ein Thema aufgegriffen hat, das so schnell nicht seine Berechtigung verliert.

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Menschenwürde bleibt – immer !

Der Titel des Artikels könnte darauf hindeuten, es würde nun Kritik an einem der existierenden Unrechtsstaaten folgen, wo ein herzloser Diktator mal wieder versucht seine Macht mit Folter oder Verfolgung politischer Opposition zu sichern und es als angemessene Vorgehensweise darstellt. Eben so was, wo man denkt: „Ein Glück leben wir die westlichen Werte und haben die Unrechtsregime schon überwunden.“

Aber das beabsichtigt dieser Artikel nicht. Um es vorweg zu nehmen, es handelt sich auch nicht um ein moralisierendes Fingerheben, ich bin kein Moralapostel. Es ist vielmehr die Beschreibung von etwas in unserer Gesellschaft, dass mir insbesondere seit Beginn meines Jurastudiums aufgefallen ist und das mich erschaudern lässt. Weiterlesen »

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Plädoyer fürs Lehramt

Ich studiere Lehramt. Und das ist auch gut so. Ich weiß gar nicht, wem ich das öfter versichern muss: Mir selbst oder denen, die so skeptisch gucken, wenn ich mich oute. Als Lehramtsstudent hat man einen schweren Stand. Alle denken: Das macht der doch nur, weil ihm nichts Besseres eingefallen ist. Oder weil er im Beruf chillen will. Oder weil aus seinem Traumjob nichts geworden ist. Zumindest der letzte Punkt trifft zugegebenermaßen auch Weiterlesen »

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Unparteiisch, nicht unpolitisch!

Zunächst war die Empörung wenigstens gelinde, doch dann kam die Maschinerie in Gang und das zum deutlich schlechteren. Ein ernüchterndes Fazit fürwahr, doch redlich ist kaum noch an dieser Erkenntnis vorbeizudenken. Dabei schien die Causa Wulff im von medial zelebrierten Krisen wechselnder Couleur geschüttelten Deutschland bei nicht einmal unmäßiger Prognose doch einen exzellenten Nährboden vorzufinden. Wie eingangs erwähnt blieb das prompte Fremdeln des Souveräns mit seinem Repräsentanten auch nicht aus, doch im Rahmen unzähliger Talkshows und höchstens nach eigenem Bekunden erschreckenden Enthüllungen musste ein Fehler geschehen sein. Am Ende waren die Medien bei der Frage angekommen, wer der Präsidentengattin eventuell welche Kleider leiht, doch den Bürger hatten sie dabei längst zurückgelassen.

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Krise als Erziehungsmittel

Wirtschaftsliberal geprägte Politik ist momentan nicht sehr beliebt. Aus guten Gründen: Bankenkrise, Wirtschaftskrise, Griechenlandkrise, Italienkrise und Eurokrise — irgendeine Krise fehlt wahrscheinlich immer. Den Überblick zu behalten ist manchmal aber auch schwer.

Man stolpert von einer Bredouille in die nächste, und wirkliches Vertrauen in die Politik besitzt ein Großteil der Bevölkerung gar nicht mehr, dabei ist es egal ob Sozialdemokraten, Konservative, Liberale, Grüne oder Linke das Ruder in die Hand nehmen.

Im Angesicht von mächtigen Banken und Wirtschaftszweigen sind sie oft zu Zugeständnissen gezwungen. Man hört immer wieder von Lobbyismus, oder einige sind sogar noch polemischer und benennen es „schamlose Klientelpolitik“. Die Frage, die sich aufdrängt: Wieso diese Entrüstung?

Folgende Prämisse ist nachfolgenden Überlegungen voranzustellen: Geld ist Macht. Wirtschaftsunternehmen streben nach Gewinnen, nach der Mehrung ihres Vermögens, ihrer Macht.

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